Treibstoffzuschläge: Der größte unsichtbare Kostenblock in eurer Frachtrechnung
Treibstoffzuschläge machen bei vielen Unternehmen 15–25% der Frachtkosten aus – und werden selten hinterfragt. Wie der Zuschlag berechnet wird, ob er korrekt ist und wie man ihn verhandelt.
von Bernd Plump
Der Zuschlag, den keiner beachtet
Wenn Einkäufer Frachtkosten analysieren, schauen sie meist auf den Basispreis pro Sendung. Der Treibstoffzuschlag wird als unvermeidbarer Aufschlag akzeptiert – ohne zu prüfen, wie er berechnet wird, ob er korrekt angewendet wurde, und ob er verhandelbar ist.
Das ist ein teurer Fehler. Bei Unternehmen mit hohem Versandvolumen macht der Treibstoffzuschlag typischerweise 15–25% der Gesamtfrachtkosten aus. Ein Unternehmen das 500.000 € pro Jahr für Fracht zahlt, zahlt also potenziell 75.000–125.000 € allein für Treibstoffzuschläge.
Wie der Treibstoffzuschlag berechnet wird
Jeder Carrier hat eine eigene Methodik. Die meisten orientieren sich an einem Referenzindex – typischerweise dem europäischen Dieselpreis-Index der EU oder dem Jet-Kerosene-Index. Dieser Index wird wöchentlich oder monatlich aktualisiert und bestimmt den aktuellen Zuschlagssatz.
Das klingt transparent – ist es aber nicht. Denn:
1. Die Basis-Referenz ist unterschiedlich. Carrier A verwendet den Diesel-Index der EU-Kommission, Carrier B einen eigenen Index, Carrier C einen gleitenden Durchschnitt der letzten drei Monate. Die Schwankungen sind erheblich.
2. Der Zuschlag wird auf unterschiedliche Basispreise erhoben. Manche Carrier rechnen den Treibstoffzuschlag auf den Netto-Basispreis, andere auf den Basispreis inklusive Zonenpauschale. Das macht bei hohen Zonen einen signifikanten Unterschied.
3. Vertraglich vereinbarte Caps werden oft nicht korrekt angewendet. Viele Verträge sehen einen maximalen Treibstoffzuschlag vor – z.B. "nicht mehr als 20% des Basispreises". Ob dieser Cap korrekt angewendet wurde, prüft kaum jemand.
Häufige Fehler bei der Berechnung
In unseren Pilotprojekten haben wir bei fast jedem Kunden Fehler in der Treibstoffzuschlag-Berechnung gefunden. Die häufigsten:
Diese Fehler summieren sich. Ein mittelgroßes Druckunternehmen mit 3.000 Sendungen pro Monat kann durch fehlerhafte Treibstoffzuschläge 800–2.000 € pro Monat zu viel zahlen – unbemerkt, weil niemand nachgerechnet hat.
Was ihr tun könnt
Der erste Schritt ist Transparenz: Für jede Sendung den Treibstoffzuschlag explizit ausweisen und mit dem vertraglich vereinbarten Satz vergleichen. Das ist genau das, was Procure360 im Decision Trace abbildet – Zuschlag für Zuschlag, Sendung für Sendung.
Der zweite Schritt ist die Verhandlung: Wenn ihr wisst, welche Zuschlagssätze ihr tatsächlich zahlt und wie sie sich im Vergleich zu anderen Carriern verhalten, habt ihr eine belastbare Grundlage für das nächste Gespräch mit eurem Carrier-Vertrieb.
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